Wahrheit macht frei

Kritik kann ein Geschenk sein


Religiöse Nachricht

 

Als die Nachricht um die Erde lief,

Gott sei aus der Kirche ausgetreten,

wollten viele das nicht glauben.

„Lüge, Propaganda und Legende", sagten sie,

bis die Oberen und Mächtigen der Kirche sich erklärten

und in einem sogenannten Hirtenbrief folgendes erzählten:

„Wir, die Kirche, haben Gott, dem Herrn,

in aller Freundschaft nahgelegt,

doch das Weite aufzusuchen,

aus der Kirche auszutreten und gleich alles

mitzunehmen, was die Kirche immer schon gestört.

Nämlich seine wolkenlose Musikalität,

seine Leichtigkeit und vor allem

Liebe, Hoffnung und Geduld.

Seine alte Krankheit, alle Menschen gleich zu lieben

seine Nachsicht, seine fassungslose Milde,

seine gottverdammte Art und Weise alles zu verzeihen

und zu helfen, -

sogar denen, die ihn stets verspottet;

seine Heiterkeit, sein utopisches Gehabe,

seine Vorliebe für die, die gar nicht an ihn glauben,

seine Virtuosität des Geistes überall und allenthalben,

auch sein Harmoniekonzept bis zur Meinungslosigkeit,

seine unberechenbare Größe und vor allem,

seine Anarchie des Herzens - usw....

Darum haben wir, die Kirche, ihn und seine große Güte

unter Hausarrest gestellt,

äußerst weit entlegen, daß er keinen Unsinn macht,

und fast kaum zu finden ist."

Viele Menschen, als sie davon hörten,

sagten: „Ist doch gar nicht möglich!

Kirche ohne Gott?

Gott ist doch die Kirche!

Ist doch eigentlich gar nicht möglich!

Gott ist doch die Liebe,

und die Kirche ist die Macht,

und es heißt: .Die Macht der Liebe''

Oder geht es nur noch um die Macht?!*

Andere sprachen: „Auch nicht schlecht,

nicht schlecht; Kirche ohne Gott!

Warum nicht, Kirche ohne Gott!?

Ist doch gar nichts Neues,

gar nichts Neues!

Gott kann sowieso nichts machen.

Heute läuft doch alles anders.

Gott ist out, Gott ist out!

War als Werbeträger nicht mehr zu gebrauchen."

Und:

„Die Kirche hat zur rechten Zeit das Steuer

rumgeworfen."

„Kirche ohne Gott!" das ist der Slogan.

Doch den größten Teil der Menschen

sah man hin und her durch alle Kontinente ziehn,

und die Menschen sagten:

„Gott sei Dank! Endlich ist er frei. Kommt, wir suchen ihn"

 

(Auf dem Liturgischen Fest in der Waldbühne

 23. Evang. Kirchentag Berlin 1989)

 

 


Wandlung

 

Frag hundert Katholiken was das Wichtigste ist in der Kirche.

Sie werden antworten: Die Messe.

 

Frag hundert Katholiken was das Wichtigste ist in der Messe.

Sie werden antworten: Die Wandlung.

 

Sag hundert Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die

Wandlung ist.

 

Sie werden empört sein: Nein, alles soll bleiben wie es ist!

 

L. Zenetti


Schlussgebet

 

Vater, uns verbindet der Glaube an dich.

 

Es ist kein Glaube, den wir ständig tief und sichern spüren,

sondern oft ein Glaube, um den wir ringen müssen.

 

Unser Glaube an dich ist nicht statisch, er muss sich in dem Leben, das wir heute hier auf

Erden führen, immer wieder neu entwickeln und entfalten.

 

Wir sind hier, weil wir spüren, dass unser Glaube Gesellschaft braucht,

die Gesellschaft gleichgesinnter Christen, die uns bestärkt,

aber auch die Gesellschaft der Querdenker, der Andersdenkenden, der Widersacher.

 

Denn nur die ständige Auseinandersetzung mit dem Glauben an dich und die Konsequenzen

daraus, geben uns die Chance auf ein sinnvolles und erfülltes Leben als Christen.

 

So können wir Fehler und Schuld erkennen, die im unserem Zusammenleben als Menschen

passieren.

 

Wir bitten dich, lass uns Kritik im ehrlichen und gut gemeinten Sinn verstehen, annehmen und beherzigen.

 

Bewahre uns davor, Fehler und Schuld zu verschleiern.

 

Gib uns und unseren Kirchenvätern Mut zur Wahrheit und zum offenen und ehrlichen Umgang mit einander, damit Fehler und Verletzungen, die wir begangen haben, nicht noch schlimmer werden und Verzeihung möglich wird.

 


....und die Fotos zum anklicken