Die liebe Familie -
was davon bleibt und was sich ändert 
Liebe Leute!
Die Angst geht um: die Angst, dass die Familien kaputt gehen. Und wir Christen haben auch Angst um sie. Es gibt ja viele Gründe, diese Angst zu haben: Was wird aus unseren Kindern, wenn sie als Halb- oder Ganzwaisen aufwachsen? Und ist das Zerreißen des Beziehungssystems nicht ähnlich gefährlich wie der Zusammenbruch des Ökosystems? Sodann haben wir Christen auch Angst um unsere Kirche: Haben nicht jene recht, die sagen, dass sich die Kirche aus Familien aufbaut? Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Angst schon so groß ist, dass sie uns lahmt. Könnte es aber nicht sein, dass wir zu viel Angst haben, auch zu viel Angst um die Familie? Und könnte es nicht zusätzlich sein, dass wir deshalb zu viel Angst haben, weil uns die Familie zu wichtig ist?
So will ich heute mit euch zusammen darüber nachdenken, ob wir nicht gut beraten wären, die Familie weniger wichtig zu nehmen. Bei aller Wertschätzung der Familie will ich zur Diskussion stellen, dass es auch für unsere Familien besser wäre, würden wir sie nicht so wichtig nehmen.
Die Familie zu wichtig nehmen hat einmal jemand „Familialismus“ genannt. Und hinzugefügt, dass dieser der Familie selbst am meisten schade.
Nicht wenige Menschen zahlen für die Uberwichtigkeit der Familie einen hohen Preis. Da sind einmal jene Frauen, die nicht heiraten und keine Kinder haben. Ist es doch leider immer noch so, dass bei uns in der Kirche eine Frau erst dann für voll genommen wird, wenn sie Ehefrau und vor allem Mutter geworden ist. Eine ledige Frau nennen manche bedauerlicher Weise immer noch "Fräulein". Ähnliches käme bei einem Mann niemandem in den Sinn. "Männlein"! Wie sich das anhört. Ich würde mich auch dafür bedanken, wenn mich jemand "Herrlein" Bischof nennen würde.
Für die Überbewertung der Familie bezahlen auch jene, deren familiären Lebenspläne scheitern. Da zerbricht eine Ehe. Ein Elternteil bleibt allein für die Kinder verantwortlich, der andere wird zu einer Art "Sonntagsonkel". Für diese Alleinerziehenden und ihre Kinder haben wir dann die fragwürdigen Begriffe wie "Restfamilie" oder auch Teilfamilie zur Hand. Ich verstehe gut, dass sich die so bezeichneten Familien wehren. Wie kommen jene, die in einer Familie beisammenbleiben, dazu, als "Rest" abgewertet zu werden? Schuld daran ist, dass wir eben doch stets von einem Ideal ausgehen, von der "vollständigen Familie". Und was dem Ideal nicht voll entspricht, werten wir ab. Auch dies ist eine Variation des landläufigen Familialismus.
Unter die Räder kommen - mit den zunehmend vielen Alleinerziehenden - jene Frauen und Männer, die nie geheiratet haben, nicht wollten, konnten oder auch nicht durften. Unser Familialismus macht denen, die nicht in der Familie leben, die keine gründen, eher ein schlechtes Gewissen. Für die Familien gelten sie oft als Störenfriede. Was tun denn auch die "Ledigen" bei einem Pfarrfest? Mit wem soll eine alleinerziehende Frau oder auch eine Witwe tanzen? Wo haben sie ihren Platz, wenn es beispielsweise in einer Pfarrgemeinde nur Familienrunden gibt? Zumal alleinerziehende (geschiedene) Frauen erzählen mir des Öfteren, dass sie in solchen Gruppen und auch bei kirchlichen Festen als störend erlebt werden. Ich weiß schon, ein wenig sind sie selbst daran mitbeteiligt, weil sie auch ihrerseits fürchten zu stören, unerwünscht zu sein. Aber sie allein sind es durchaus nicht. Für manche gelten sie als Frauen, die - weil geschieden - zu wenig Zuwendung erfahren; und die Hilfsbereitschaft mancher Ehemänner ihnen gegenüber wird dann als Störung der Familien empfunden: eine Störung, die sich allzu leicht auf die "störenden Frauen" überträgt. Alleinlebende, Geschiedene haben es schwer in einer Kirche, die sich meist nur aus Familien aufbaut.
aus: Paul M. Zulehner "Ungehaltene Hirtenreden"

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat mich und alle Geschöpfe.
Er hat mir meine Träume mit auf den Weg gegeben, sie zu leben, mein Leben und meine Träume zu gestalten.
Beweglich hat mich Gott gemacht, damit ich seine Wege gehe überraschende und gewohnte, alltägliche und neue.
Ich glaube, dass Jesus der Weg des Lebens ist, dass er auf unseren Wegen dabei ist.
Darum kann mir nicht alles egal sein, lasse ich mich auch nicht ermutigen.
Ich schöpfe Mut, aufzubrechen mitten im Alltag, hinauszufahren.
Ich lerne, empfindsam zu sein, für die Freuden und Leiden der anderen, weine über das Unrecht und den Schmerz anderer, lache und freue mich über ihr Glück.
Ich lerne zu verstehen, was lieben heißt und vertrauen, auch mitten im Sturm oder im grauen Alltag.
Denn ich glaube an Gottes heiligen Geist, der mit uns unterwegs ist in eine Zukunft, über alle Grenzen und über alle Enge, ja über den Tod hinaus.
Er gleitet und beschenkt uns mit Gottes Liebe.
Gottes Geist wird durch die Liebe, von der wir leben, die Welt umwandeln.
Das ist meine Hoffnung und mein Glaube.
Amen 
In die Arme nehmen
Nehmet einander an
Nehmet Euch an den Händen
Jung und alt
Nehmt Euch in den Arm
Vergebt euch versöhnt euch
Seid heiter
Seid erlöst
Nehmet einander an.



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